|
Mit
ihren von AGM/WPM entwickelten
Fertigungsstraßen ist die
geschichtsträchtige Druckerei WALLON heute
eine der kompetentesten französischen Firmen
in Sachen Spezialdrucke für das
Direktmarketing.
Das
Unternehmen bezog vor kurzem seine neu errichteten
Gebäude im Industriegebiet von Saint-Yorre
(Departement Allier) und eröffnete damit ein
völlig neues Kapitel in der über
hundertjährigen Firmengeschichte, die 1864
begann. Damals erhielt Armand Wallon in Vichy
das kaiserliche Diplom des Druckermeisters. In den
20er Jahren tritt sein Enkel die Mehrheit des
Firmenkapitals an die Compagnie
Fermière de Vichy" (CFV) ab, womit das
Schicksal der Druckerei von diesem Zeitpunkt an eng
an den Mineralwassersektor und dessen zahlreiche
Umstrukturierungen gebunden ist. 1966
übernimmt der Perrier-Konzern die Kontrolle
über die CFV, wird dann 1993 selbst von
Nestlé aufgekauft, und so findet sich die
CFV im Schoß des Schweizer Multis wieder.
Doch als der Nestlé-Geschäftsbereich
Internationale Quellen" kurz darauf
beschließt, alle nicht direkt mit
Mineralwasser zusammenhängenden
Aktivitäten aufzugeben, gewinnt Wallon seine
Unabhängigkeit zurück. Im Juli 1994 wird
der Verkauf zu Gunsten eines von Xavier de La
Motte-Bouloumié geleiteten
Familienkonzerns unterzeichnet, jenem ehemaligen
Nestlé-Manager, der mit den Fusionen und
Akquisitionen des Konzerns betraut war... Soweit
zum Werdegang der Firma.
Seit jenem Zeitpunkt hat die Druckerei im Zuge
technologischer Innovationen bzw.
veränderter Kapitalbeteiligungen mehrere
Phasen der Entwicklung und der Rezession durchlebt.
Doch eine Zielsetzung blieb immer dieselbe: zu den
Vorreitern der Branche gehören! Ein Beispiel:
Ab 1940 sattelt das Unternehmen Wallon, das bislang
die Lithographie und den Hochdruck zur
Etikettenherstellung verwendet hatte, auf
Offsetdruck um. 1980 werden zwei
8-Seiten-Rotationsmaschinen eingesetzt, die unter
den allerersten in Europa mit
Inline-Finishing-Vorrichtungen ausgerüstet
sind. Gleichzeitig innoviert die Druckerei dank
ihres technologischen Vorsprungs neue
Produktpaletten im Bereich der Etiketten und
Broschüren.

Den Markt der
Werbedrucke erobern
Doch die Firma hat auch schwierige Zeiten
erlebt", erinnert sich Xavier de La
Motte-Bouloumié. Das Problem waren die
Umwälzungen innerhalb der verschiedenen
Gruppen, denen Wallon angehörte, und die sich
für Druckerei nicht sonderlich interessierten.
Diese Situation führte nicht immer zu den
Entscheidungen und klaren Zielsetzungen, die
für eine gesunde Entwicklung nötig
gewesen wären. Zwischen 1990 und 1995 wurden
die Investitionen eingefroren und jegliche externe
Wachstumschancen zunichte gemacht."
So war 1997 das Jahr einer heiklen
Übergangsphase mit dem provisorischen und
kostspieligen Betrieb an zwei verschiedenen
Standorten, der im Rahmen eines Sozialplans den
Abbau des Personalbestands von 82 auf 56 Personen
zur Folge hatte. Heute jedoch erscheint die
Situation in einem ganz anderen Licht. Dank der
neuen Industrieanlage und den Rotationen mit einer
in Europa einmaligen Konfiguration (Investition:
über 50 Millionen FF), ist das Unternehmen nun
in der Lage, sein technisches Know-how im
Inline-Finishing auf Rotationspressen vollauf
auszuschöpfen.
|